Wintersport im Schwarzwald

Skibetriebe nur noch eine Frage der Zeit

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Menzenschwand hat gerade erst den neuen Skilift in Betrieb genommen, auf dem Feldberg-Pass wurden großzügige Ferienunterkünfte gebaut, da schlägt die Nachricht wie eine Bombe ein: Die Skibetriebe im Schwarzwald sind nur noch eine Frage der Zeit. Die Hydrologin Carmen de Jong von der Universität Strasbourg gibt ihnen allenfalls noch fünf bis zehn Jahren.

Dann ist  der Wintersport in den meisten Ferienregionen des Schwarzwaldes Geschichte. In einem Interview mit der Mittelbadischen Presse empfiehlt sie den Liftbetreibern, nicht länger in ihre Anlagen zu investieren. Denn es kommt, wie es kommen muss.

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Dabei versuchen auch in diesem Winter etliche Liftbetreiber, mit Schneekanonen die Saison so lange zu ermöglichen, wie es nur geht. Gleichzeitig hat das große Zittern begonnen. Seit Jahren weisen Klimaforscher wie Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrums für medizin-meterologische Forschung in Freiburg, auf die Veränderungen in der Natur hin. Ihm liegen die jährlich steigenden Temperaturen schwarz auf weiß vor. Ohne Kunstschnee geht schon jetzt fast nichts mehr.

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Ursache sind die Klimaerwärmung und die daraus resultierenden Trockenperioden. Die Folgen seien deutlich, so de Jong.  „Während 1945 die durchschnittliche Wintertemperatur zwischen 15. November und 15. April am Seibelseckle in der Ortenau bei zirka 0,5 Grad lag, liegt sie heute bei zirka einem Grad höher.“ In höheren Lagen würden die Temperaturen dreimal schneller ansteigen als im Flachland, ergänzt Andreas Matzarakis. Ebenso wie seine Strasbourger Kollegin de Jong schätzt er die Zukunft des Schwarzwälder Wintersports kritisch ein. Auch räumt er ein, Simulationen zeigten bis zum Jahr 2050 einen Temperaturanstieg von einem bis zu drei Grad.  Bis  zu einer Höhe von 900 Metern sei dann nicht mehr an Skifahren zu denken. Die meisten Lifte liegen an dieser Grenze.

Eine Laune der Natur seien die steigenden Temperaturen keinesfalls. Sie seien eine Reaktion auf den Menschen. Nur wenn der Energieverbrauch und der Kohlenstoffmonoxidausstoß auf null gefahren werde, könnte die Entwicklung allenfalls noch verlangsamt werden.  Die Auswirkungen sind schon jetzt zu beobachten. Herrscht eine stabile Hochdruckwetterlage vor, wird es zwar kälter, allerdings fehlt es an Niederschlägen. Denn es sind keine Wolken da. Und je wärmer es wird, um so eher regnen die Wolken ab.


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