Schliengen Sehenswürdigkeiten

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Sehenswürdigkeiten in Schliengen

An der B3 zwischen den Winzergemeinden Auggen und Efringen-Kirchen liegt das bezaubernde Weindorf Schliengen mit der „ersten Markgräfler Winzergenossenschaft“.

Das markante, weinrote Gebäude steht am Ortsausgang Richtung Müllheim. Sehenswert ist im Ortszentrum das Wasserschloss „Entenstein“, das heute als Rathaus genutzt wird. Im Frühling empfiehlt sich ein Abstecher in das Eggener Tal, wenn sich die Landschaft am Fuße des Blauen in ein Meer blühender Kirschbäume verwandelt. Der Tipp: unbedingt den Fotoapparat mitnehmen. Denn die Fülle an blühenden Kirschbäumen ist einmalig. Oberhalb des Tales und von weitem sichtbar sind weitere Sehenswürdigkeiten: das berühmte Schloss Bürgeln sowie die Ruine Sausenburg.

Aus der Geschichte von Schliengen

Schliengen wird am 28. Juni 820 in einem Urkundenbuch der Stiftsbibliothek St. Gallen als „Sliingas“ erstmals genannt. Ortsadel waren die Herren von Schliengen; das Geschlecht ist 1407 mit Johann von Schliengen erloschen. Um 1170 übergab das Hochstift Basel dem Dynastengeschlecht von Üsenberg großen Besitz, darunter die Orte Schliengen, Mauchen und Steinenstadt. Über Rudolf von Üsenberg gelangten die genannten Orte 1238 als Afterlehen an den Ritter Rudolf Schaler, Schultheiß zu Basel, der diesselben 1337 an den Ritter Jakob von Neuenfels, Schultheiß von Neuenburg, weiter veräußerte. Am 15. September 1343 gelangten die drei Orte mit dem Burgstall Altikon für 250 Mark Silber wieder in den Besitz des Oberlehensherrn, des Fürstbischofs von Basel.

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Sie bildeten die Landvogtei Schliengen und unterstanden der bischöflich-baslischen Obervogtei Birseck. 1546 gab Fürstbischof Philipp von Gundelsheim seinen rechtsrheinischen Dörfern eine alle Rechtsgrundsätze umfassende Dorfordnung, die erst im 19. Jahrhundert durch die badische Gemeindeordnung abgelöst wurde.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg fast ausgestorben, erfolgte die Wiederbesiedlung vor allem durch Bauern aus der Schweiz.

1704 erhält das Dorf von Fürstbischof Wilhelm Jakob Rink von Baldenstein Marktrechte. Um die wirtschaftliche Bedeutung von Schliengen noch mehr zu heben, machte Fürstbischof Johann Konrad von Reinach-Hirzach Schliengen 1719 zu einer eigenen Obervogtei, kaufte Schloß Entenstein, das er zum Sitz für die Obervögte ausbauen ließ. In die Geschichte eingegangen ist die Schlacht von Schliengen (1796), in deren Verlauf Erzherzog Karl von Österreich die Franzosen unter General Moreau zum Rückzug zwang. 1802 gelangte Schliengen im Rahmen der Säkularisation an das Land Baden.

Der Weinbau in Schliengen ist seit 1147 urkundlich belegt. Mit einer Anbaufläche von 250 ha ist Schliengen zusammen mit seinen Ortsteilen die größte weinbautreibende Gemeinde im Landkreis Lörrach.

Ausflugstipps

Schloss Entenstein, das heute der Gemeinde Schliengen als Rathaus dient, ist das geschichtsträchtigste Gebäude des Dorfes. Aus einem quadratischen Wohnturm des hohen Mittelalters, der mit Wasser umgeben war – daher die Bezeichnung „Weiherhaus“ in alten Urkunden – hervorgegangen, wurde es im 16. Jahrhundert in die heutige Gestalt gebracht. Die wechselvolle Geschichte des Schlosses und seiner adligen Besitzer ist auf einer Bronzetafel neben dem Schlosseingang festgehalten. In den Jahren 1975-77 erfolgte eine grundlegende Innen- und Außenrenovierung. 1976-77 richtete der Förderverein zur Erhaltung des Schliengener Wasserschlosses Entenstein e.V. das Schloss als Wasserschloss wieder her.

Das Barockschloss Bürgeln (700 m ü.d.M.) gilt als Kleinod des Markgräflerlandes. Werner von Kaltenbach vermachte 1125 dem Kloster St. Blasien seinen Besitz mit der Auflage, auf dem Bürgler Berg eine klösterliche Niederlassung zu errichten. Nach mehreren Bränden und Verwüstungen im Bauernkrieg und 30jährigen Krieg entstand 1762 der heutige Barockbau (Ordensbaumeister Anton Bagnato). Nach Auflösung der Propstei 1803 wurde Bürgeln badischer Staatsbesitz. 1920 erwarb der Bürgelnbund das Anwesen, seither „Schloss“ genannt, um es vor dem Verfall zu retten. Seitdem steht das Schloss unter der Obhut des Bürgeln-Bundes e.V., der es mit großem Einsatz und mit Hilfe von Mitgliedsbeiträgen und Spenden restauriert und pflegt.

Schloss Liel. Zum Lieler Schloss, um 1750 im Barockstil erbaut, heute in Privatbesitz, gehörte früher ein größerer Bereich, bestehend aus Park, dem „Kavaliersbau“, in dem sich heute die Verwaltung des „Lieler Schlossbrunnens“ befindet, ein Ökonomiegebäude, einem kleinen Barocktheater und dem Gebäude des heutigen Rathauses. Der ursprüngliche Sitz des Adelsgeschlechtes der Herren von Baden zu Liel, den Erbauern des Schlosses, war ein abgegangenes Wasserschloss unterhalb der Kirche.

Trottenmuseum. Die Winzergenossenschaft Schliengen erbaute auf ihrem Gelände ein Trottenmuseum. Gegenstände vergangener Zeiten finden Sie in dem Häuschen mit dem Torbogen aus dem Jahre 1670. Eine große Trotte aus dem 17. Jahrhundert ist das Prunkstück.

Der Hochblauen. (1165 m ü.d.M.) Besonders dürfen wir Ihnen den Hochblauen, zur Gemeinde Schliengen gehörend, mit Aussichtsturm und Wanderwegen empfehlen. Bei guter Witterung genießen Sie einen herrlichen Ausblick auf die Alpen, den Schwarzwald und die Vogesen.

Pfarrkirche Kirche St. Leodegar in Schliengen. Das weite, lichtdurchflutete Kirchenschiff und der 5seitige Chor wurden 1752-55 erbaut, während der in die volutengeschmückte Westwand einbezogene Turm in den drei unteren Geschossen von der romanisch/gotischen Vorgängerkirche stammt. Das 4. Turmgeschoß mit seinen abgeschrägten Ecken und doppelovalen Klangfenstern entstand wie das Schiff in der Barockzeit, der geknickte Turmhelm erst später. Im Innern zeigen die Seitenaltäre sowie die Kanzel Rokokostil. Die Figuren der Heiligen Barbara und Katharina von J. M. Winterhalter gelten als kunstgeschichtlich erstklassig.

St. Nikolaus-Kapelle in Mauchen. In welche Zeit die Anfänge der Kapelle zurückreichen, ist unbekannt. 1308 ist sie zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Unter dem gotischen Sakramentshäuschen, das seit der Renovierung 1978 in die Ostwand des Chores eingelassen ist, findet man die Jahreszahl 1486. – Das Patronatsfest am 6. Dezember wird mit einer Messe unter Mitwirkung des Gesangvereins feierlich begangen.

Kirche Liel mit Kapelle. Von der Kirche, die hoch über dem Dorf vor der Waldkulisse steht, stammen Teile des Turmes noch aus romanischer Zeit, während das Kirchenschiff dem 18. Jahrhundert angehört. Die östlich angebaute Grabkapelle der Herren von Baden zu Liel von 1464 enthält etliche Kostbarkeiten: Neben einem gotischen Sakramentshäuschen und einem Taufstein von 1419 finden sich Grabmäler im Knorpelstil, ein Renaissance-Relief mit Darstellung der Justitia und des Jüngsten Gerichts sowie eine in ihrer Malerei besonders feinfühlige Heilig-Grab-Darstellung. Außerdem ist die Ausmalung der Holzdecke aus dem 16. Jahrhundert zu beachten.

Kirche Niedereggenen. Die Kirche ist eine der ältesten am Oberrhein. Der wuchtige, romanische Turm mit seinen Doppelarkaden wurde um 1080 erbaut. Das jetzige Langhaus stammt aus dem Jahr 1430. Von 1429 ist eine Ablaßbulle des Papstes Martin V. überliefert, die zugunsten des Neubaus dieser Kirche herausgegeben wurde. Der gotische Chor und die Sakristei über dem ehemaligen Beinhaus stammen auch aus dieser Zeit. Besonders sehenswert sind die spätgotischen Fresken, die im Chor um 1900 restauriert, im Langhaus erst 1970 herausgeholt wurden. Beachtenswert ist auch die Predella eines verlorenen Altars vom Ende des 15. Jahrhunderts.

Kirche Obereggenen. Die Kirche Obereggenen wurde um 1250 erbaut. Der mächtige dreistöckige Turm mit gekuppelten Klangarkaden und Eckquadern hat fast die Breite des westlich anschließenden Schiffes. Sein unterstes Geschoss bildet den Chor der Kirche, bei der es sich demnach um eine „Chorturmkirche“ handelt. Von den kleinen romanischen Fenstern des Langhauses sind vier erhalten geblieben. Das Untergeschoss des Turmes diente früher wahrscheinlich als Beinhaus für den Friedhof, der bis heute die Kirche umringt.


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