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Hügelsheim – Goldwäscher und Spargelbauern

Hügelsheim liegt verkehrsgünstig direkt an der Bundesstraße 36, die in nordöstlicher Fahrtrichtung die B 500, die Schwarzwaldhochstraße, nach wenigen Kilometern kreuzt. Die Bundesautobahn 5 wird über die Auffahrt Baden-Baden innerhalb weniger Minuten erreicht. Nächstgelegene Bahnhöfe sind in Baden-Baden und Rastatt. 1 km südlich von Hügelsheim liegt der Regionalflughafen Karlsruhe/Baden-Baden.

Das Gebiet um Hügelsheim war seit der Steinzeit ununterbrochen besiedelt. Als früheste Zeugnisse menschlicher Kultur sind Steinwerkzeuge gefunden worden, deren Alter auf mehr als 10.000 Jahre geschätzt wird. Auch Kelten, Römer und Alamannen hinterließen Spuren. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Schenkungsurkunde zu Gunsten des Klosters Fulda am 19. April 788. Darin wird das Dorf mit Hughilaheim, 1212 mit Hügelisheim und 1257 als Hugelingisheim bezeichnet, was Heim (Wohnstätte, Haus) des Hugilo (Stamm: Hugo) bedeutet. Der Ort gehörte den Herren von Windeck. 1309 kauften die Markgrafen von Baden Hügelsheim und Stollhofen.

Goldwäscher am Rhein

Traditionell lebten die Hügelsheimer von der Landwirtschaft, dem Fischfang, der Rheinschifferei und der Goldwäscherei. Die Erosionen in den Alpen führten schließlich dazu, dass die freigelegten Goldflitter (17.000 davon ergeben 1 g Gold) mit dem Rheinwasser auch nach Hügelsheim gespült wurden. Bereits in einem Vertrag von 1345 wird festgelegt, dass beim Verkauf von Gelände im Rheinschwemmland der Vorbesitzer sich das Nutzungsrecht auf die Goldgründe vorbehält. Dasselbe geht aus Verträgen von 1558 und 1840 hervor. Bis zum Jahr 1821 war die Goldwäscherei an eine obrigkeitliche Erlaubnis gebunden. Gegen Erstattung des niedrig angesetzten Arbeitslohnes musste das gewaschene Gold als Staatseigentum an die Münze abgeliefert werden. 1832 zählte man zwischen Basel und Mannheim 405 Goldwäscher in 37 Orten, 1850 waren es sogar 50 Rheindörfer.

Spargel und Topinambur

Auf den sandigen Böden in unmittelbarer Nähe des Rheins kann jedoch klassische Landwirtschaft heute nicht mehr rentabel betrieben werden. Vor mehr als 100 Jahren brachte ein Hügelsheimer Bürger von seiner Militärzeit im Elsass den Spargel mit, der seitdem hier angebaut wird. So hat sich Hügelsheim zum überregional bekannten Spargeldorf entwickelt. Heute bauen wenige Haupterwerbslandwirte und zahlreiche Nebenerwerbslandwirte Spargel an.

Als weitere Sonderkultur wird Topinambur angebaut, aus dem ein Schnaps gebrannt wird, der in mehreren Varianten (pur, mit eingelegter Topinamburknolle bzw. Spargelstange, mit Blutwurz abgezogen) vermarktet wird.

Die kanadische NATO-Basis (Gemarkungen Hügelsheim, Rheinmünster) stellte bis zum Abzug der Streitkräfte im Jahre 1993 einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Große Hoffnungen setzt man deshalb auf den privatwirtschaftlich betriebenen Baden-Airpark, der auf dem Konversionsgelände den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden, ein Gewerbegebiet und diverse Freizeiteinrichtungen betreibt.


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