Emmendingen Klosterruine Tennenbach

Klosterruine Tennenbach bei Emmendingen

Das Zisterzienserkloster Tennenbach (zwischen dem Emmendinger Stadtteil Maleck und der Gemeinde Freiamt) – oder wie es zunächst hieß: Porta Coeli („Himmelspforte“) – wurde wahrscheinlich 1158 gegründet.

Zwölf Mönche unter ihrem Abt Hesso übersiedelten damals vom burgundischen Kloster Frienisberg – ob auf Veranlassung Herzog Bertholds IV. von Zähringen (1152-1186), ist zweifelhaft. Eine in der Mitte des 13. Jahrhunderts gefälschte Gründungsnotiz, die angeblich 1161 auf der Hochburg abgeschlossen wurde, nennt den Besitz bestimmter Güter und Rechte in der Nachbarschaft Tennenbachs und führt eine Zeugenliste an, zu der auch Herzog Berthold und Markgraf Hermann III. oder IV. von Baden (1130-1160 oder 1160-1190) gehören. Rechte und Güter der Zisterzienserabtei am Westabhang des Schwarzwalds sind aber schon in dem Privileg Papst Alexanders III. vom 5. August 1178 aufgeführt worden.

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Von weltlicher Seite her soll Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152-1190) für Tennenbach geurkundet haben, während die Wegnahme von Klostergut in Neuenburg zwecks Gründung der gleichnamigen Stadt durch Herzog Berthold IV. (zwischen 1170 und 1180) auch noch im Tennenbacher Güterbuch des 14. Jahrhunderts Protest hervorrief.

Tennenbach unterstand ab Ende des 12. Jahrhunderts der Reichsabtei Salem. Grangien, also vom Kloster in Eigenbewirtschaftung betriebene Ländereien, waren wesentlich für das Gefüge des Grundbesitzes, der sich in der Oberrheinebene und im westlichen Schwarzwald konzentrierte, während der Tennenbacher Besitz in der Baar weitgehend davon isoliert war. Die Klostervogtei hatten im 13. und 14. Jahrhundert die Markgrafen von Hachberg inne, ab 1373 beanspruchten sie die Habsburger.

1444 wurde Tennenbach von den Armagnaken verwüstet – das Kloster war über 30 Jahre unbewohnt -, 1525 im Bauernkrieg verbrannt und 1807 schließlich säkularisiert. Von der alten Klosteranlage existiert heute nur noch die Krankenkapelle.

Der Tennenbacher Güterstreit

Irgendwann vor 1180 schenkte Werner von Roggenbach, Dienstmann des Herzogs Berthold IV. von Zähringen (1152-1186), dem Zisterzienserkloster Tennenbach Güter in Roggenbach (Unterkirnach), Villingen, Aasen und Dauchingen. Da auch der Herzog über diese Güter zu Gunsten des Benediktinerklosters St. Georgen im Schwarzwald verfügt hatte, kam es nach dem Tod Werners zwischen den beiden Mönchsgemeinschaften zum sog. Tennenbacher Güterstreit, der in den 1180er-Jahren Äbte, Bischöfe, Kardinäle und Päpste beschäftigte. Der Kompromiss von 1187 sah dann für St. Georgen den Besitz, für Tennenbach die Nutzung Roggenbachs vor, während die Güter in Villingen und Aasen bei den Zisterziensern verblieben, das herzogliche Allod in Klengen bei St. Georgen.

Äbte von Tennenbach

Hesso von Frienisberg (ca.1160-1177)
Udalrich (1177-1184)
Konrad von Zeiningen (1184-1207)
Berthold von Zähringen (ca.1210-1226)
Rudolf von Zähringen (1226-1256)
Burchard I. von Dusslingen (1256-1260)
Heinrich v. Falkenstein (1260-ca.1279)
Meinward I. von Stühlingen (ca.1279-1297)
Meinward II. v. Münsingen (1297-1317)
Johannes I. von Todtnau (1317-1336)
Johannes II. Zenlin (1336-1353)
Johannes III. Lepus (1353-1368)
Jakob Tanner (1368-1396)
Johannes IV. Mütterler (1396-1421)
Rudolf Zoller (1421-1438)
Martin Soensbach (1438-1448)
Nikolaus I. Rüfflin (1448-1449)
Burchard II. Iselin (1449-1483)
Konrad II. Pfitelin (1483-1490)
Michael Sitz (1490-1508)
Johannes V. Kinglin (1508-1540)
sowie Äbte der frühen Neuzeit bis 1806


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