Freudenstadt setzt auf chinesische Karte

Schwarzwaldstadt ist bei der CMT China als Partner dabei

„Feinstaub kommt bei uns nicht vor“, sagte der Freudenstädter Tourismusdirektor Michael Krause auf der Tourismusmesse CMT in Stuttgart verschmitzt. Seit dem vergangenen Jahr ist die Stadt im Schwarzwald als allergikerfreundliche Kommune ausgezeichnet, „und die sauberste Luft im Deutschland haben wir sowieso“.

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Das wissen insbesondere die Gäste aus dem Großraum Stuttgart zu schätzen, die einen großen Teil der Kurzurlauber in Freudenstadt ausmachen. „Die Hälfte unserer Gäste kommt aus dem Postleitzahlgebiet mit der 7 vorne dran“, weiß Krause. Den leichten Rückgang von fünf Prozent bei den Übernachtungszahlen trägt er mit Fassung: „Im vergangenen Jahr haben viele Hotels große Renovierungen vorgenommen und waren dementsprechend über Monate geschlossen“, berichtete der Tourismusdirektor. In die Zukunft blickt er positiv und freut sich, dass im März noch ein weiterer Hotelbetrieb an den Start geht: Das seit 2014 leer stehende ehemalige Hotel Birkenhof wird am 1. März als Waldhotel Luise neu renoviert eröffnet.

Freudenstadt im Reich der Mitte

Gäste aus China machen bislang nur zwei Prozent an der Gesamtzahl der Urlauber aus. Das könnte sich jedoch bald ändern: Im Juni wirbt Freudenstadt auf der CMT China in Nanjing um Gäste. Alexander Ege, Projektleiter der CMT im Reich der Mitte, ist davon überzeugt, dass der Reisemarkt in China noch viel Potenzial hat. „Seit zwei Jahren haben die Chinesen uns Deutsche als Reiseweltmeister abgelöst.“ Bei der CMT China stellen sich über 400 Aussteller aus 20 Ländern und Regionen vor. Das Engagement bei der chinesischen Reisemesse kommt für Freudenstadt nicht von ungefähr. In der 23.000-Einwohner-Stadt existiert seit vielen Jahren eine Sprachschule, bei der Studenten aus China in elf Monaten hochschulreifes Deutsch erlernen können, ebenso gibt es einen Hotelier mit chinesischen Wurzeln. „Wir setzen auf den chinesischen Markt“, betont Tourismusdirektor Krause, der zusammen mit Oberbürgermeister Julian Osswald nach Nanjing reisen wird.

Bundessstraße wird zum Boulevard

Der Zweiklang aus Stadt und Natur bilde die Stärken des Urlaubsziels Freudenstadt, das sein Image als verstaubte Kurstadt längst abgelegt habe, so Michael Krause. Im vergangenen Jahr mischten sich in den Zweiklang mitunter laute Töne: Durch die Umgestaltung der Loßburger Straße vom Promenadenplatz zum Marktplatz wurden Teile der Innenstadt zur Großbaustelle. Jetzt sind die Bauarbeiten fast abgeschlossen, großzügige Gehwege laden zum Flanieren ein, der Verkehr auf der Bundesstraße 28 wird nur noch auf zwei Spuren durch die Stadt geführt. Als „Boulevard 28“ wird dieser Abschnitt jetzt selbstbewusst bezeichnet. „Wir gehen davon aus, dass der Schwerverkehr sich neue Wege sucht und Freudenstadt künftig umfährt, wenn es für ihn in der Innenstadt ungemütlich wird“, umreißt OB Osswald die Verkehrssituation. Für die Einzelhändler sei die Zeit der Baumaßnahmen schwierig gewesen, berichtete Jana Bonig, Geschäftsführerin von FreudenStadtMarketing. Kreative Aktionen wie die das Baustellen-Sommerleuchten bei der langen Einkaufsnacht, die Baustellen-Schaufenster oder die Baustellen-Bonuskarte für treue Kunden hätten die Durststrecke jedoch abgemildert und seien auf große Resonanz gestoßen.

Freunde des Radsports sollten sich den 22. und 23. September im Kalender dick unterstreichen. Dann kommt die internationale Mountainbike-Spitze ins Christophstal nach Freudenstadt und misst sich dort in einem Bundesliga-Rennen. Nicht nur Spitzensportler, auch Hobbyradfahrer können diesen 3,6 Kilometer langen Rundkurs mit einem Höhenunterschied von 177 Metern unterm Jahr befahren. Kostenlos und mit Ausweichmöglichkeiten: Wem die „Schikanen“ auf der Strecke zu anspruchsvoll sind, der kann sie auch umfahren.


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